Meine drei wichtigsten Werte

Meine drei wichtigsten Werte

Ja, ich habe für mich Werte oder auch Normen definiert, die ich nicht mehr unterschreiten werde. Das hat etwas mit meiner Lebenseinstellung zu tun, wie ich ticke und was ich möchte.

Schon von jeher bin ich sehr agil. Darum ist mein erster Wert Agilität. Doch was ist das überhaupt? Sehen wir uns mal den Wortstamm an. Abgeleitet wurde das Wort aus dem lateinischen „agilis“ = gewandt, wendig, flink, tätig, regsam, geschäftig, eifrig. Agilis stamm ab von „agere“ = (unmittelbares) tun, handeln, machen (agieren). Agilität ist somit eine Voraussetzung zur Bereitschaft auf Veränderungen. Auf mich persönlich gemünzt bedeutet das, dass ich neuen Dingen gegenüber sehr aufgeschlossen bin. Wenn ich etwas Neues entdecke oder erfahre, möchte ich mehr wissen. Gerade in der Digitalisierung treffen wir immer wieder auf das Wort „agil“. Es gibt die agile Führung, agile Prozesse usw. Wichtig ist eine offene, transparente und interessierte Grundhaltung. Das lässt sich sogar trainieren. Die daraus resultierenden Arbeitsweisen sind kreativ, aktiv, innovativ, intelligent, dynamisch, weitsichtig und optimierend. Unabdingbare Eigenschaften in der Digitalisierung.

„Wer sich für die Zukunft entscheidet hat keine Zeit mehr, sich mit den ungelösten Problemen der Vergangenheit und den Widrigkeiten der Gegenwart zu beschäftigen; denn die Zukunft wird seine ganze Aufmerksamkeit, Kraft und Entscheidungsfreude in Anspruch nehmen.“

Wolfgang Kownatka (1938)

 

Mein zweiter Wert ist die Entscheidungsfreude. Ich habe gelernt, auf meinen Bauch oder mein Herz zu hören. Ich nutze meine weibliche Intuition. Würde ich erst anfangen, die Vor- und Nachteile abzuwägen oder mir Gedanken machen, was alles passieren könnte, würde ich nicht mal ansatzweise in dem Tempo vorankommen, wie ich es heute schaffe. Natürlich bedeutet das nicht, dass ich blind loslaufe oder Gefahren übersehe. Aber ich habe nur noch selten Angst vor Fehlern. Sie gehören dazu. Im Grunde treffen wir jede Sekunde eine große Anzahl an Entscheidungen, ohne bewusst darüber nachzudenken. Jeder kann das erlernen. Gerade in der heutigen Zeit müssen Unternehmen schnell reagieren. Es bleibt keine Zeit für lange Entscheidungsprozesse. Machst du es nicht, macht es ein anderer. So einfach ist das. Darum sieh es positiv. Höre auf deine innere Stimme und entscheide zügig.

Mein dritter Wert ist Respekt. Grundsätzlich begegne ich jedem Menschen oder Tier mit Respekt. Egal in welcher Position sich der Mensch befindet, wo er herkommt, wie er aussieht usw. Ein höfliches Miteinander, also ein respektvoller Umgang, ist mir sehr wichtig. Um so schlimmer ist es für mich zu erleben, wie sehr viele Menschen verrohen. Die Wortwahl aber auch das Benehmen im realen Leben und noch schlimmer, in den sozialen Medien, lässt mich oft den Kopf schütteln. Woher das kommt oder warum das so ist, wird an vielen Stellen diskutiert. Das kann ich nicht alleine lösen. Ich kann daher nur versuchen, ein Vorbild zu sein, mich benehmen und freundlich sein. Menschen, die das anders sehen, dulde ich nicht in meinem Umfeld. Weder privat noch beruflich. Mir sind win/win Situationen wichtig. Eine wertschätzende Zusammenarbeit. Wer dies nicht kann, verliert meinen Respekt und damit auch meine Beachtung.

New Work

New Work

New Work ist nicht neu. Wer sich mit dem Thema auseinander setzt, stößt früher oder später auf den geistigen Vater von New Work, Frithjof Bergmann. Bereits Ende der 70er Jahren stellte der die entscheidende Frage: „Womit wollen wir wirklich Zeit verbringen? Wissen wir eigentlich, was wir wirklich wirklich wollen?

Heute ist seine Theorie plötzlich die Antwort auf die Fragen der heutigen Zeit. Wie verändert die Digitalisierung unsere Arbeit? Noch wichtiger: Wie reagieren wir darauf?

Die zentralen Werte seines Konzepts sind die Selbständigkeit, die Freiheit und die Teilhabe an der Gemeinschaft. New Work soll neue Wege für Kreativität und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit bieten. Das selbstbestimmte Handeln steht im Vordergrund. Starre Arbeitsmethoden gehören in die Vergangenheit. Bergmanns Idee war: „Klassische Lohnarbeit sei nur so alt wie die industrielle Revolution, also 200 Jahre, und daher keinesfalls ein Naturgesetz. Und, da Lohnarbeit jetzt nicht mehr funktioniere, sei die Zeit für ein neues Konzept gekommen, die Neue Arbeit.“

Heute haben wir die Generationen Y und Z, bei denen Flexibilität und Work-Life-Balance im Vordergrund stehen. Immer mehr Mitarbeiter verlangen nach sinnhaften Tätigkeiten, die sie in ihrer persönlichen Weiterentwicklung fördern.

Digitales Mindset

Digitales Mindset

Reden wir über Digitalisierung, denken viele zuerst an die Hard Skills (z.B. Programmierkenntnisse) Dabei sind diese tatsächlich zweitrangig. Denn es kommt auf die Soft Skills an, das digitale Mindset. Die Forschung hat inzwischen sechs Persönlichkeitsdimensionen benannt.

  • Offenheit und Agilität:

Wie offen bin ich gegenüber neuer Themen, Ideen, Trends und Meinungen und wie agil – flexibel – bin ich, diese in meinen Arbeitsablauf oder in meine Gedanken aufzunehmen?

  • Kundenzentriertheit:

Wie sehr denke ich vom Kunden her und versuche Lösungen mit Blick auf den Kundennutzen zu entwickeln?

  • Offener Umgang mit Scheitern:

Wie reagiere ich auf Scheitern (bei mir selbst, im Team oder im Unternehmen) und was sind die Schritte nach dem Scheitern?

  • Kreativität:

Inwiefern bin ich in der Lage kreative Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln und außerhalb meiner Komfortzone zu denken?

Inwieweit denke ich bestehende Lösungen/Prozesse/Themen weiter und habe hier das Unternehmen als Ganzes im Blick?

  • Kritikfähigkeit:

Wie gebe ich Kritik und wie reagiere ich auf Kritik?

Mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen gelingt es, das digitale Mindset zum ersten Mal begreifbar zu machen. Jeder bringt eine gewisse Ausprägung mit. Wo liegen deine Stärken?

Meine drei wichtigsten Werte

Warum ich online arbeite

Wer regelmäßig meinen Blog liest, der kennt mich inzwischen ein wenig. Ich bin eine Visionärin, eine Freidenkerin, neugierig, unabhängig, lebenslustig und ich arbeite gern so, wie ich es für sinnvoll erachte. Ich entdecke gern neue Orte und Kulturen. Die neue digitale Welt ermöglicht immer neue Geschäftsmodelle und somit interessante Möglichkeiten.

In dem Buch „Sei du selbst“ von Dain Heer, beschreibt er die Menschen als Kühe und Pferde. Es gibt die Kühe, die ihr Leben lang auf der Weide stehen, grasen, wiederkäuen, Kälbchen bekommen und glücklich sind. Sie haben nicht das Bedürfnis zu erfahren, was hinter dem Zaun ist oder wie wohl der Stall des Nachbarn aussieht. Sie sind so zufrieden, wie es gerade ist. Ja und dann gibt es die Pferde. Wild und ungestüm. Was wohl hinter der Koppel auf uns wartet? Oder vielleicht sollten wir lieber in die andere Richtung ausbrechen. Hinter den Bergen könnte eine noch interessantere Welt auf uns warten.

Ja, so ein Pferd. Das bin ich. Übertragen wir die Eigenschaften mal in das berufliche Leben, erkennt jeder ganz schnell, dass ich nicht für einen Standardbürojob von 8-17 Uhr geschaffen bin. Ich brauche ständig neue Herausforderungen, neue Orte, neue Menschen. Genau diese Möglichkeiten habe ich mir mit meinem Online-Unternehmen geschaffen. Ich kann arbeiten wann und wo ich das möchte. Es ist völlig egal, ob ich zuhause auf meinem Sofa sitze oder in Berlin im Coworking Space. Wenn ich gerade eine super Idee habe, setze ich sie um. Auch am Sonntagmorgen um 6 Uhr. Ich warte nicht bis Montag 8 Uhr. Ich erledige das jetzt. Dafür schlafe ich vielleicht am Montag länger. Vorausgesetzt natürlich, ich habe keinen Kundentermin.

Genau das liebe ich. Ich kann so arbeiten und vor allem auch mit den Menschen arbeiten, mit denen es Freude macht. Es ergeben sich immer neue Ideen und Projekte. Was heute noch undenkbar ist, wird morgen umgesetzt. Das ist für mich wertvoll, denn es bedeutet Freiheit.

Meine Arbeitsmittel sind mein Laptop und mein Handy. Naja und natürlich eine stabile Internetverbindung. In den letzten 3 Jahren habe ich mir ein wunderbares Netzwerk aufgebaut, ich habe die Menschen in meinem Umfeld, die mich verstehen und zu denen ich aufschauen kann. Ich kann so sein, wie ich bin und verdiene damit mein Geld. Frei und unabhängig. Das ist mir wichtig und darum arbeite ich online.

Wie ich mir die Zukunft vorstelle

Wie ich mir die Zukunft vorstelle

Als ich 1999 mein erstes Unternehmen gründete, kamen gerade Begriffe wie „Telearbeit“ auf. Damals bedeutete das, dass ich meinen PC zuhause habe und von da aus meine Arbeit erledigen kann. Ich musste nicht mehr ins Büro fahren. Da mein Sohn gerade 2 Jahre alt war, eine ideale Lösung. Darum gründete ich einen Büro-Service und kämpfte um Aufträge. Die Aufträge bekam ich ja noch aber zuhause arbeiten? Wo der „Chef“ mich gar nicht kontrollieren kann? Nee, das geht ja gar nicht!

Heute, über 20 Jahre später nenne wir das Homeoffice oder mobiles Arbeiten. Es ist egal wann und wo ich meine Aufgaben erledige, Hauptsache, die Ergebnisse liegen pünktlich auf dem Tisch des Kunden/Chefs. In vielen Unternehmen ist das möglich. Aber es sind noch lange nicht genug Unternehmer, die so denken. Die alten Macht- und vor allem Kontrollstrukturen wiegen schwer. Das abzulegen, wird eine der größten Herausforderungen in der Digitalisierung werden.

 

Wenn ich jetzt erzählen würde, wie ich mir die Zukunft vorstelle, dann berichte ich über Arbeitsabläufe, die es heute schon gibt. Nicht nur in der Startup-Szene oder hippen Unternehmen. Nein, auch große Konzerne haben längst erkannt, dass sich die Welt – und damit auch die Arbeitseinstellung der Mitarbeiter – verändert hat. Früher hatten die Menschen ihren Lebensmittelpunkt dort aufgebaut, wo sie ihre Arbeit hatten. Sie arbeiteten oft über 40 Jahre für ein und denselben Arbeitgeber, hatten ihr Eigenheim, waren Mitglied im Verein und hatten somit natürlich auch die Familie und Freunde dort, wo sie eben gearbeitet haben.

Das ist heute anders. Die Bereitschaft für einen Job umzuziehen, ist nur noch gering. Dabei ist es völlig egal, ob ich von Hamburg nach München umziehen müsste oder von Berlin auf ein kleines Dorf in Mecklenburg. Heute möchten die Menschen dort leben, wo es ihnen gefällt, wo sie sich wohl fühlen, wo ihre Freunde und Familien sind. Und die Digitalisierung macht es möglich. Gerade in den Berufsgruppen, in denen das Arbeitsgerät das Handy und der Laptop sind. Es gibt schon heute Digitale Nomaden. Chefs sitzen in Hamburg und die Assistentin in der Schweiz. Ob der Redakteur die Texte im Berliner Office schreibt oder am Stand auf Hawaii, ist völlig egal. Wir sind vernetzt und das eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten.

Aber die Veränderungen treffen nicht nur die Menschen, die mit dem Laptop arbeiten. Wir planen heute noch Straßen, die in einigen Jahren vielleicht niemand mehr braucht – Stichwort eMobilität. In allen Bereichen kommen große Veränderungen auf uns zu. Ist es wirklich sinnvoll und notwendig, dass Menschen pendeln müssen? Müssen wir für Meetings um den halben Globus reisen?

Auch das Einkaufsverhalten wird sich ändern. Wir reden von Smart-Homes und Smart-Cities. Gehen wir in Zukunft noch einkaufen oder kommen unsere Lebensmittel per Drohne zu uns?

Mag sein, dass diese Aussichten Angst bereiten oder noch als Utopie betrachtet werden. Fakt ist, sie sind schon Realität. Hat man vor wenigen Jahren noch gesagt, dass diese Dinge in 10-15 Jahren da sein werden, so sprechen die Experten heute von nur noch 3-5 Jahren. Deutschland hängt dieser Entwicklung (nach meiner Meinung) mindestens 10 Jahre hinterher. Wir können diese Entwicklung nicht stoppen. Wir können sie aber mitgestalten. Indem wir uns darauf vorbereiten, die Scheu vor dem Neuen verlieren und anfangen, die Vorteile zu sehen.